Wenn zur Begrenzung der Auswirkungen von zufälligen Schwankungen der Bearbeitungszeiten und von Störungen auf die angrenzenden Stationen zu viele Puffer benötigt werden, besteht in einigen Fällen die Möglichkeit, die Taktzeit einer Station durch zusätzlichen Ressourceneinsatz zu verkürzen.
In diesem Fall entsteht das Problem der simultanen Puffer- und Taktzeitoptimierung. Probleme dieser Art treten in der Praxis z.B. bei der Rohbauplanung in der Automobilindustrie auf. Man kann dann an einer Station anstelle von vier Schweißrobotern fünf Roboter einsetzen, wenn dadurch ein ausreichender Rückgang der benötigten Puffer erreicht wird.
In der Praxis wird die Bestimmung der Taktzeiten oft nach "Erfahrungswissen" vorgenommen. So gibt es Automobilhersteller, die ihre Produktionsanlagen so auslegen, daß die Taktzeiten der stromaufwärts gelegenen Stationen systematisch kürzer sind als die Taktzeiten der stromabwärts gelegenen Stationen. Damit will man verhindern, daß die stromabwärts gelegenen unter Materialmangel leiden. Diese Vorgehensweise kann mit großen Nachteilen verbunden sein. In einem Praxisfall konnte durch eine systematische Taktzeit- und Pufferoptimierung der Investitionsaufwand für einen Karosserierohbau um ca. 7% (das entspricht 6 Millionen Euro) gesenkt werden konnte. Zur Optimierung wurde das Softwaresystem POM Flowline Optimizer eingesetzt.
Literatur
| Tempelmeier, H. (2010). Supply Chain Management und Produktion (3. Aufl.). Norderstedt: Books on Demand. |